Die richtige Ernährung!

Die Lamas auch Neuweltkameliden sind als Pflanzenfresser und Wiederkäuer außerordentlich genügsame Tiere. Es sind gute Nahrungsverwerter, die pro Tag nur bis zu 2% ihres Körpergewichtes an Nahrung benötigen. Hauptnahrung sind Gras und Heu. Heu darf frühestens sechs Wochen nach der Ernte verfüttert werden, nachdem die natürliche Gärung abgeschlossen ist. Die Tiere sollten frühmorgens im Paddock Heu fressen können, damit sie danach auf der Weide weniger Gras zu sich nehmen. Besonders wichtig ist dies im Frühjahr, wenn auf den Weiden junges, eiweißreiches Gras vorhanden ist, denn zu viel junges Gras kann zu explosionsartiger Vermehrung der Magenbakterien und durch deren Ausscheidungsstoffe zu einer Eiweißvergiftung führen! Das Gras soll deshalb mindestens zwei Handbreit hoch sein, bevor es geweidet oder geschnitten wird.

Als Grundsatz gilt, dass Raufutter (Heu, Gras, evt. Stroh) und frisches Wasser den Tieren ganzjährig und jederzeit zur freien Verfügung stehen müssen. Zudem darf ein Futterwechsel nie abrupt erfolgen.

Es ist unbedingt darauf zu achten, dass die Tiere keinen Zugang zu Giftpflanzen wie Eibe, Efeu, Adlerfarn, Goldregen, Oleander, Pfaffenhütchen, Rhododendron oder Thuja haben! Auch das Jakobskreuzkraut, einige Hahnenfußarten, Eicheln und Palmenspitzen haben Giftwirkung!

Ob man Kraftfutter verfüttern soll oder nicht, darüber gehen die Meinungen auseinander. Grundsätzlich ist Kraftfutter bei Neuweltkameliden überflüssig. Allenfalls kann man noch trächtigen und säugenden Stuten etwas Kraftfutter verabreichen; zu viel kann zu Verfettung, Stoffwechsel- und Fruchtbarkeitsstörungen führen! Man kann ein fertiges Kamelidenkraftfutter kaufen oder man stellt dieses selbst, durch Mischen von 1/3 Hafer, 1/3 Gerste und 1/3 Mais, her. Hartes Brot ist ebenfalls Kraftfutter und soll höchstens als Lockfutter oder Belohnung und nur in kleinen Mengen verabreicht werden.

Was jedoch auf keinen Fall fehlen darf, sind Mineralsalze, die es in Pulverform oder als Leckstein zu kaufen gibt. Ein Leckstein darf nicht zu hart sein, denn Neuweltkameliden können nicht lecken und nicht alle Tiere raffeln harte Lecksteine mit den Zähnen ab. Ob Leckstein oder Pulver, wesentlich ist, dass die Mineralsalzmischung dem Bedarf der Neuweltkameliden entspricht und dass jedes Tier davon genügend aufnimmt. Die Tiere benötigen täglich frisches, sauberes Wasser. Bei einer Wassertränke muss darauf geachtet werden, dass im Winter das Wasser nicht einfriert.