
Lamas sollen täglich beobachtet werden. Nur so merkt man rechtzeitig, wenn etwas mit einem Tier nicht stimmt. Verhält sich ein Tier sonderbar, soll der Tierhalter dem sofort auf den Grund gehen. Nur gezieltes, rasches Handeln kann eine Krankheit oder Verletzung bannen.
Der Ernährungszustand eines Tieres ist durch das dichte Wollkleid schlecht sichtbar; deshalb sollte dieser ab und zu durch den Fühltest beurteilt werden: Das Rückgrat sollte sich weder rund noch eingefallen, sondern trapezförmig anfühlen.
Lamas werden häufig von Darmparasiten befallen und sollten deshalb 2-4 Mal im Jahr entwurmt werden. Eine vorgängige Untersuchung einer Kotprobe gibt dem Tierarzt Auskunft über die Notwendigkeit und Art der Behandlung. Um einer Wiederinfektion mit Parasiten vorzubeugen, sind die Kotstellen regelmäßig zu säubern: Im Unterstand bzw. im Paddock täglich, im Auslauf mindestens einmal wöchentlich. Bei der Reinigung der Kotstellen wird der Kot begutachtet. Ist dieser verklumpt oder fladenartig, ist etwas nicht in Ordnung und es gilt festzustellen, welches der Tiere krank ist. Sollte Durchfall festgestellt werden, so wäre dies bereits ein Alarmzeichen, bei dem der Tierarzt beigezogen werden muss.
Wooly-Lamas muss man alle ein bis zwei Jahre scheren. Die Classic-Lamas je nach Behaarung weniger häufig. Bei Lamas, die zum Trekking gebraucht werden, empfiehlt sich unter Umständen das Scheren der Sattelstelle. Eine regelmäßige Fellpflege seitens des Betreuers ist sehr wichtig! Durch häufiges Bürsten kann das Haar nicht verfilzen und Fremdpartikel wie Strohhalme verkleben weniger.
Auch den Zähnen muss man Beachtung schenken. Hat ein Tier eine Zahnfehlstellung, so sind dessen Zähne hin und wieder zu kontrollieren und bei Bedarf zu kürzen. Das Kürzen der 6 messerscharfen, so genannten Hengst- oder Kampfzähne, die sich beim Hengst im Alter von 2-4 Jahren entwickeln, muss vom Tierarzt vorgenommen werden. Ein Hengst mit ungekürzten Hengstzähnen kann die anderen Tiere, sei es im Spiel oder bei Rangkämpfen, ernsthaft verletzen.
Die Lederballen bedürfen keiner Pflege. Die Zehennägel hingegen müssen regelmäßig kontrolliert und, bei zu geringer Abnutzung, mit einer Klauenzange für Schafe oder mit einer Baumschere gekürzt werden. Nägel und Lederballen sollen flach auf dem Boden aufliegen.
Zur Gesunderhaltung der Tiere gehören hygienische Maßnahmen im Unterstand und auf der Weide wie die gründliche, tägliche Reinigung der Trinkwasserbehälter und die Reinigung der Kotstellen. Bindegarn von Heuballen und andere Fremdkörper dürfen nicht herumliegen, da die neugierigen Tiere sich durch deren Verzehr verletzen könnten.
Die Schutzimpfungen sind jährlich durch den Tierarzt auszuführen. Je nach Gegend und Haltungsweise der Tiere ist vor allem gegen Tetanus (Wundstarrkrampf) und andere Clostridien-Erkrankungen zu impfen, eventuell auch gegen Tollwut.
Im Sommer kühlen sich die Tiere sehr gerne ab und lassen sich mit einem Gartenschlauch oder Sprinkler abduschen.